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Temporäre Kleinklasse


Die TLGplus wurde speziell für Kinder und Jugendliche konzipiert, die Auffälligkeiten im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung zeigen. Die Hilfe dauert im Regelfall ein Jahr. Die TLGplus ist für eine Gruppengröße von maximal 10 Kindern angelegt. Für jede/n Schüler:in bedeutet die Teilnahme an der TLGplus eine eigenständige Hilfe zu Erziehung (HzE) nach §27 SGB VIII, das heißt, dass die Hilfe durch die Sorgeberechtigten beantragt und durch das Jugendamt bewilligt werden muss. Die TLGplus wird von einem Team geleitet, das sich aus einer Lehrkraft und einer/m Sozialpädagog:in des Trägers zusammensetzt.

Die Temporäre Lerngruppe an der Kolumbus-Grundschule

Aufwind setzt gemeinsam mit der Kolumbus-Grundschule die TLGplus um. Sie findet an vier Wochentagen jeweils von der 1. bis zur 4. Unterrichtsstunde statt. Die Schüler:innen (hier Erst- und Zweitklässler:innen) sind in zwei Gruppen à 5 Schüler:innen aufgeteilt, sodass die erste Gruppe in der 1. und 2. Stunde und die zweite Gruppe in der
3. und 4. Stunde an der TLGplus teilnehmen. In der übrigen Schulzeit besuchen die Schüler:innen den Unterricht ihrer Regelklassen. Der Montag wird vom Team der TLGplus für Teamsitzungen, Elterngespräche sowie Organisation und Evaluation der Förderung genutzt.

Kommt ein Kind für den Besuch der TLGplus in Frage, wird zunächst mit der Klassenleitung, einem Sonderpädagogen sowie den Erziehungsberechtigten beraten und erste Eckdaten für Zielformulierungen werden vorgeschlagen. Daraufhin folgt eine Hilfekonferenz mit dem Jugendamt, in der die individuellen Förderziele des Kindes festgelegt werden. In der Regel dauert die Fördermaßnahme ein Jahr, sie kann jedoch aus verschiedenen Gründen vorzeitig beendet oder nach einem Jahr verlängert werden.

Gründe für eine Aufnahme in die TLGplus könnten sein:

  • schnelle Ablenkbarkeit, „Lustlosigkeit“, Verweigerung und Störungen im Unterricht

  • große Lernrückstände trotz durchschnittlicher / guter diagnostizierter Intelligenz

  • geringes Anstrengungsvermögen und unterdurchschnittliche Arbeitsgeschwindigkeit

  • motorische Unruhe insbesondere während regulärer Schulstunden

  • geringe Frustrationstoleranz

  • somatisierende Verhaltenstendenzen

  • Merkmale autistischer Verhaltensdispositionen (ASS)

  • AD(H)S

  • wenig ausgeprägtes Selbstbewusstsein

  • Divergenz von Eigen- und Fremdwahrnehmung

Zielsetzung

  • Verbesserung der Selbst- und Fremdwahrnehmung

  • Steigerung des Selbstwertgefühls

  • Steigerung der Frustrationstoleranz und Erweiterung von Konfliktlösungsstrategien

  • Verbesserung von Konzentration und Aufmerksamkeit

  • Umgang mit Emotionen und Impulskontrolle

  • Verstehen, Akzeptieren und Einhalten von Verhaltensregeln

Elternarbeit

Die Elternarbeit im Rahmen der TLGplus zeichnet sich durch eine engmaschige und regelmäßige Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern bzw. Sorgeberechtigten aus. Die persönlichen Elternberatungen finden alle 6 bis 8 Wochen statt. Der Kontakt zu den Familien erfolgt regelmäßig.

Wesentlicher Bestandteil der Elternarbeit ist die regelmäßige Überprüfung des Förderplanes im Rahmen der Beratungsgespräche. Inhaltlich steht dabei vor allem die Frage im Mittelpunkt, welche Fortschritte im Prozess der Fähigkeitsaneignung zu beobachten sind und wie die Planung verändert werden sollte, damit weitere Fortschritte angebahnt werden können. Die o.g. Gespräche sollen durch ihre Regelmäßigkeit weitestgehend den Charakter einer anlasslosen Beratung erhalten. Das Einverständnis zu einer engen Kooperation sowie der beiderseitige Wille zum offenen Umgang mit den häuslichen und schulischen Gegebenheiten sind ein wichtiger Baustein des Konzeptes. Die fallweise und bedarfsgerechte Einbeziehung außerschulischer Institutionen, wie bspw. Regionaler Sozialpädagogischer Dienst, Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst, SIBUZ oder niedergelassene Therapeut:innen und Beratungsstellen ist obligatorisch.


Das Team der TLGplus:

Sabrin Heida (Sozialpädagogin)
Mobil: +49 176 82 18 57 58
Mail

Sonay Akyol (Lehrerin, Kolumbus Grundschule)

Ansprechpartnerin: Silke Volckmann