Typisch Mädchen - Typisch Junge

Im Rahmen unserer Tätigkeit ist für uns geschlechterreflektiertes Handeln von großer Bedeutung. Unsere Kontakte zu den Kindern unserer Schule zeigen uns immer wieder, dass ein großes Interesse an geschlechtsspezifischen Themen besteht und sich sowohl Mädchen als auch Jungen gerne mal in geschlechtshomogenen Gruppen aufhalten. Gemeinsam mit den Kindern machen wir uns auf den Weg in Richtung Öffnung und Vielfalt statt Orientierung an „So-sind-Identitäten“. Auf diese Weise lernen wir alle voneinander.

Identität, auch geschlechtliche Identität, ist keine unveränderbare, über die Lebensspanne stabile Persönlichkeitseigenschaft. Durch Erfahrungen, Kontakte, Begegnungen öffnen sich immer wieder neue Möglichkeiten. Geschlechtsidentität verstehen wir als Prozess, als tägliches Tun, als „Doing Gender“. Begrenzungen der eigenen Möglichkeiten können reflektiert und hinterfragt werden.

Im gemeinsamen Gespräch mit den Kindern erarbeiten wir, dass die Unterschiede innerhalb der Geschlechter meist größer sind als die zwischen den Geschlechtern, dass es manchmal vorschnell  „typisch Mädchen, typisch Junge“ heißt. Wir bemühen uns, gemeinsam herauszufinden, dass wir Eigenschaften, Interessen und Fähigkeiten unabhängig vom Geschlecht sehen und wertschätzen können. Wir möchten Mädchen und Jungen ermutigen, den eigenen Interessen nachzugehen, ohne Druck zu rollenkonformem Verhalten. Dabei dürfen Mädchen häkeln, Fußball spielen, Fahrrad fahren, Jungen kochen, kickboxen, bügeln und Wettbewerbe gewinnen.