Reinickendorfer Register

Aufwind betreut neuerdings das Reinickendorfer Register zur Erfassung rechtsextremer und diskriminierender Vorfälle.

So erreichen Sie das Reinickendorfer Register:

Koordinierungsstelle des Register Reinickendorf
c/o Aufwind - Verein für Aufsuchende Erziehungshilfen e.V.
Vierwaldstätter Weg 7, 13407 Berlin
Telefon: +49 30 319 891 200
Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-16 Uhr
E-Mail: register [at] aufwind-berlin.de

Weitere Informationen, die aktuelle Chronik der Vorfälle sowie die Liste der Anlaufstellen in Reinickendorf finden Sie unter: berliner-register.de/reinickendorf

Das Reinickendorfer Register stellt sich vor

Seit Sommer 2015 gibt es auch im Bezirk Reinickendorf ein Register. Das Register ist eine Meldestelle. Es sammelt und dokumentiert diskriminierende Vorfälle. Dazu zählen neben Gewalttaten, Beleidigungen und Bedrohungen auch extrem rechte Propagandaaktivitäten. 

Am Ende des Jahres werden die Vorfälle gezählt und ausgewertet. Dadurch kann man erkennen, in welchen Ortsteilen es besonders viele diskriminierende Ereignisse gab. Es lässt sich auch feststellen, welche Motive am meisten verbreitet sind. Gab es zum Beispiel besonders viele antisemitische*, rassistische, behindertenfeindliche oder lgbtq**-feindliche Vorfälle? Oder haben Angriffe auf politische Gegner*innen zugenommen? Diese Informationen können dann helfen, um dagegen etwas zu unternehmen. 

Im Jahr 2016 wurden durch das Register in Reinickendorf 68 Vorfälle registriert. Die Mehrheit war rassistisch motiviert und richtete sich gegen Geflüchtete bzw. Muslim*innen. Die meisten Vorfälle gab es in Tegel und im Märkischen Viertel. 

Wer Vorfälle beobachtet oder selbst erlebt oder davon hört, kann sie dem Register melden. Entweder einfach eine Email schreiben oder in einer der Anlaufstellen Bescheid sagen. 

Die aktuellen Kontaktdaten und die Chronik aller Vorfälle gibt es unter: www.berliner-register.de 

Johanna Herzog, Register Reinickendorf


*Antisemitismus: Juden-Feindschaft
**LGBTQ-Feindschaft: Feindschaft gegen homosexuelle, transgender oder intersexuelle Menschen.


24. März 2017
Eltern diskriminieren schwulen Kindergärtner 
Eine Reinickendorfer Kita wollte einen neuen Mitarbeiter einstellen. Bei einem Elternabend erwähnt die Kita-Leiterin, dass der Neue schwul ist. Ein Teil der Eltern drohte daraufhin damit, Unterschriften gegen die Einstellung des schwulen Erziehers zu sammeln. Auf Druck der Geschäftsleiterin verließen die homosexuellenfeindlichen Eltern samt Kindern die Kita.

24. Februar 2017
Rechtsextreme und islamfeindliche Propaganda an Bushaltestelle 
An der Bushaltestelle der Linien 327/250 am U-Bahnhof Franz-Neumann-Platz wird ein Sticker mit der Aufschrift „Nazi-Kiez“ entdeckt sowie auf einer Sitzschale das Wort „Islam“ in einem Verbotsschild eingerahmt und durchgestrichen.

1. Februar 2017
Bespuckt und rassistisch beleidigt
Ein 41-jähriger Mann hat in der Auguste-Viktoria-Allee gegen 19.50 Uhr einem 44-Jährigen und einem 16-jährigen Jugendlichen beim Vorbeilaufen ins Gesicht gespuckt. Anschließend beschimpfte er den Jugendlichen rassistisch. Der Mann wurde vorübergehend festgenommen, und das LKA ermittelt.

2. Januar 2017
Antisemitischer Vorfall im Wartezimmer einer Arztpraxis 
Am 2. Januar gegen 11 Uhr nahm die betroffene Jüdin in einem Wartezimmer des Medizinischen Zentrums in der Residenzstraße neben einem ca. 55-jährigen Mann Platz. Nachdem dieser ihre Halskette mit einem Davidstern registrierte, stand er auf und sagte für alle Wartenden gut wahrnehmbar, dass er nicht neben Juden sitzen würde. Keine der 10-12 Personen reagierte auf diesen offenen Antisemitismus. Der Mann nahm in einer anderen Ecke des Wartezimmers wieder Platz. Die Betroffene wurde kurze Zeit später vom Arzt zu ihrem Termin aufgerufen.