Kiezreporter*innen unterwegs

Die Kiezreporterinnen und -reporter interviewen den Stadtrat für Jugend, Familie, Schule und Sport, Tobias Dollase.

Am 01.03.2017 machten sich die Kiezreporter*innen erneut auf den Weg in das Bezirksrathaus von Reinickendorf. Neugierig und mit vielen vorbereiteten Fragen durften die Kinder dort den Bezirksstadtrat für Jugend, Familie, Schule und Sport, Herrn Tobias Dollase, treffen. Der Politiker, der keiner Partei angehört, empfing die jungen Schreiberinnen und Schreiber in seinem Büro im Rathaus. Er nahm sich sehr viel Zeit für die Kinder und beantwortete ihnen bei Orangensaft und Streuselkuchen detailliert ihre Fragen und gewährte ihnen einen tiefgehenden Einblick in seine umfangreiche politische Tätigkeit für den Bezirk Reinickendorf. 

Lukas: Herr Dollase, wie wird man Bezirksstadtrat?

Herr Dollase: Die Bezirksverordnetenversammlung, die alle fünf Jahre neu gewählt wird, wählt für denselben Zeitraum einen Bürgermeister und vier Stadträte. Einer davon bin ich, und zwar bin ich verantwortlich für alles, was Jugend, Familie, Schule und Sport in unserem Bezirk betrifft.

William: Was bedeutet parteilos, aber für die CDU?

Herr Dollase: Wir leben in einer Parteidemokratie; das heißt, politische Parteien schließen sich zusammen, um bestimmte Interessen zu vertreten. Aber es gibt auch Menschen, die sich engagieren und die nicht in einer politischen Partei sind. Das heißt parteilos. Ich bin von der CDU gefragt worden, ob ich hier als Stadtrat zur Verfügung stehen würde. Das Angebot habe ich gerne angenommen, und so habe ich mich der Wahl in der Bezirksverordnetenwahl gestellt und bin mehrheitlich gewählt worden. Ich finde es sehr erfreulich, dass die CDU nicht darauf bestanden hat, dass der Stadtrat Parteimitglied sein muss, sondern bei der Besetzung des Amtes auf meine Erfahrung Wert gelegt hat, insbesondere in der Jugendpolitik und im Sport. Durch mein jahrelanges ehrenamtliches Engagement in politischen Sportgremien hatte ich schon vor meiner Ernennung zum Bezirksstadtrat viele Kontakte in die Politik und kenne die Sorgen der Menschen.

Lukas: Können eigentlich ganz normale Leute zu Ihnen kommen und Sie als Stadtrat ansprechen, wenn sie Probleme haben?

Herr Dollase: Selbstverständlich. Allerdings kann man nicht einfach unangemeldet herkommen, sondern man sollte sich einen Termin geben lassen, denn ich bin ja auch viel unterwegs; in Schulen, in Kitas oder Jugendeinrichtungen und spreche mit den Menschen. Wir Bezirksstadträte sind ja für die Bürgerinnen und Bürger da und dann ist es natürlich ganz klar, dass ich mich vor Ort mit ihnen austausche und im Dialog bin und dass sie Fragen stellen können. Daneben gibt es natürlich viele Sitzungen, in denen ich Auskunft geben und Fragen beantworten muss, wie zum Beispiel in der Bezirksverordnetenversammlung. Da gibt es übrigens auch immer Fragerunden für Bürger. Man kann aber jederzeit ins Rathaus kommen, wenn man Rat und Hilfe braucht. Zum Beispiel, wenn man einen Bauantrag stellen möchte. Dann geht man zum Bauamt. Oder wenn man Probleme in der Schule hat und wechseln möchte, kann man sich an das Schulamt wenden.

Tahim: Was ist eine gute Schule für Sie?

Herr Dollase: Eine gute Schule ist für mich, wenn sich Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer wohlfühlen.

Azahraa: Welche Pläne haben Sie, die Sie umsetzen möchten?

Herr Dollase: Ich möchte, dass sich Familien wie Kinder und Jugendliche in Reinickendorf wohlfühlen. Da sind wir auf einem guten Weg, denke ich. Mein Ziel ist es unter anderem, dass wir alle bestehenden Kinder- und Jugendeinrichtungen fortführen können. Das kostet viel Geld, aber es liegt mir am Herzen, dass wir allen Jugendlichen sinnvolle und schöne Freizeitangebote machen können. Für Kinder und Jugendliche haben wir hier 30 Einrichtungen in Reinickendorf, die der Bezirk unterhält, also finanziert.

William: Müssten es nicht mehr als 30 sein?

Herr Dollase: Man kann immer sagen, wir wollen mehr, aber wir sind schon im Vergleich zu anderen Bezirken in Berlin gut aufgestellt damit. Ein anderes wichtiges Kapitel für mich sind die Schulen in unserem Bezirk. Ich möchte, dass alle Schulen in einem modernen und sauberen Zustand und so gestaltet sind, dass sie nicht nur funktionieren, sondern sich alle Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte auch dort wohlfühlen. Die Schulsanierungen haben in den kommenden Jahren oberste Priorität.

William: Warum wollten Sie Politiker werden?

Herr Dollase: Wenn man die Chance hat, zu gestalten und dann noch in einem so schönen Bezirk wie Reinickendorf, ist das eine tolle Herausforderung. Die Möglichkeit, etwas für die Bürgerinnen und Bürger zu machen und dazu beizutragen, Probleme zu lösen, ist etwas, was mich immer reizt. Und hier fängt für mich auch wieder Politik an: Demokratie heißt ja mitmachen und sich einbringen. Meine Verantwortungsbereiche sind Jugend, Familie, Schule und Sport. In diesen Bereichen kann ich einiges umsetzen, verändern, was mir wichtig ist, und das ist eine tolle Aufgabe. 

Lukas: Wie sieht ein normaler Arbeitstag als Politiker für Sie aus?

Herr Dollase: Das ist ganz unterschiedlich. Es gibt bestimmte regelmäßige Sitzungen und Treffen im Bezirksamt. Allein in meinem Ressort arbeiten 419 Kollegen. Da sind viele Absprachen erforderlich. Dann gibt es für mich natürlich auch viele Außentermine. Der persönliche Austausch mit den Menschen in unserem Bezirk ist mir ganz wichtig. Darüber hinaus gibt es natürlich auch offizielle Termine, bei denen ich den Bezirk repräsentiere, oder Diskussionen oder Anfragen von Journalisten. Die Begegnungen mit den vielen verschiedenen Menschen macht mir viel Freude. Langweilig ist es jedenfalls nie, und für jemanden, der abends pünktlich Feierabend machen möchte, ist Politik kein geeignetes Berufsfeld. Viele Termine sind abends.

Latizia: Was besprechen oder verhandeln Sie in der Abteilung Jugend, Familie, Schule, Sport?

Herr Dollase: Wir sprechen über alles, was das Wohl der Kinder und Jugendlichen in unserem Bezirk angeht. Aber auch darüber, wo Familien Hilfe brauchen. Und schließlich über Schulen: Wir haben fast 60 Schulen hier in Reinickendorf. Wir sind für den baulichen Zustand zuständig, dass die Schulen baulich gesichert und ordentlich ausgestattet sind. Und dann gibt es den Bereich Sport: Wir haben fast 200 Sportvereine, die in Reinickendorf aktiv sind. Wir haben Sportplätze, Sporthallen. All das muss gepflegt werden, und auch dafür bin ich zuständig. Und nicht zu vergessen die Sporthallen, in denen ihr trainiert. Auch die müssen gepflegt werden. Wie ihr sicher wisst, werden zur Zeit noch in etlichen Hallen geflüchtete Menschen vorübergehend untergebracht. Hier ist es mir ein wichtiges Anliegen, dass für diese Menschen andere Unterkünfte rasch gefunden werden und die Hallen freigezogen werden und entsprechend eine Sanierung der Hallen erfolgt.

Vivian: Mich interessiert das Thema Schulschwänzen. An welchen Reinickendorfer Schulen wird viel Unterricht geschwänzt?

(Frau Kühn: Wir haben das Reinickendorfer Blatt gelesen. Darin stand, dass Sie etwas gegen das Schwänzen unternehmen möchten!) 

Herr Dollase: Das stimmt. Schulschwänzen ist nicht tolerierbar, vor allem, wenn es regelmäßig gemacht wird. Wer heute regelmäßig der Schule fernbleibt, wird auch als Erwachsener - meistens zumindest - Probleme haben. Um das Problem des Schulschwänzens in den Griff zu bekommen, müssen wir natürlich auch der Frage nachgehen, warum geschwänzt wird. Es ist natürlich ein Unterschied, ob jemand aus Gleichgültigkeit oder Faulheit morgens nicht aufsteht oder ob jemand aus Angst vor Mobbing durch Klassenkameraden nicht in die Schule geht. Fest steht - wer nicht zur Schule geht, verpasst etwas, der wird nicht fit gemacht für's Leben, und deswegen gehen wir das an. Schule soll ja Spaß machen, Kinder und Jugendliche sollen nicht frustriert sein in Schulen, sondern sollen sich entwickeln können. Mir geht es darum, dass diejenigen, die eine Distanz zur Schule haben, wieder zurückgeholt werden, dass die wieder hingehen und wieder Spaß an Bildung haben. Es ist ganz wichtig, gerade in jungen Jahren, dass man da nicht abgehängt wird, denn sonst hat man eine große Chance für das Leben verpasst. Ich bin stolz, dass ihr hier seid und ihr euch über das normale Schulleben hinaus engagiert. Das zeigt ja, dass ihr Motivation mitbringt, dass ihr mehr wissen wollt.

Vivian: Was kann Schulsozialarbeit präventiv gegen das Schwänzen tun oder im akuten Fall von Schwänzen?

Herr Dollase: Es ist in der Tat so, dass wir im Zusammenwirken von Schulen und Jugendbereich Synergieeffekte erzielen. Vorher waren diese Bereiche getrennt in unterschiedliche Ressorts. Und wir können jetzt unsere Jugendarbeit besser vernetzen mit den Schulinteressen. Es geht darum, den Kindern klar zu machen, wieder in die Schule zu gehen. Das heißt, ihnen Möglichkeiten zu schaffen, die Angst oder den Frust an Schulen zu nehmen. Diesen Kindern muss man Chancen geben, dass sie selbstbewusst sind, sie sich ernst genommen fühlen. Es ist wichtig, jungen Menschen Angebote zu machen, denn nicht jeder schafft in Mathe oder Deutsche eine Eins, aber wenn sie im sportlichen und gesellschaftlichen Bereich, Sport, Rap oder moderne Medien Erfolg haben, dann kommen diese Menschen ein Stück weiter, haben Motivation und strengen sich auch wieder in anderen Fächern an.

Latizia: Ab welchem Alter können sich Kinder politisch engagieren? Und welche Möglichkeiten haben Kinder, wenn sie politisch tätig sein wollen?

Herr Dollase: Man kann ab 18 Jahren wählen, teilweise schon ab 16 in bestimmten Bereichen. Aber sich politisch engagieren kann man immer! Also schon viel früher! Man kann sich immer einbringen und sich für seine Interessen zu Wort melden. So, wie ihr Fragen stellt; da braucht man kein bestimmtes Alter zu haben. Man muss einfach seine Interessen vertreten, und dann macht man schon Politik. Für das Wählen und den Einstieg ins systematische Politiksystem gibt es Altersbegrenzungen, aber allgemein ist niemand zu alt oder zu jung, für Interessen einzutreten. Ihr Kiezreporterinnen und Kiezreporter könnt zum Beispiel in Kinder - und Jugendeinrichtungen auf eure Interessen hinweisen. Es gibt Sprechstunden von Politikern, da können auch junge Menschen hingehen. Und es gibt Kinder- und Jugendparlamente, in denen man sich engagieren kann. In Reinickendorf wird darüber diskutiert, ob wir ein extra Kinder- und Jugendparlament einrichten werden. Sich zu Wort melden können Jugendliche bei uns immer. Ein Beispiel: Wenn es um den Bau eines Spielplatzes geht. In der Planung beteiligen wir gerade Kinder und Jugendliche. Wir hören euch zu, wir binden euch ein.

Lukas: Herr Dollase, ich habe da mal eine ganz andere Frage. An der Wand in Ihrem Büro hängt ein Foto aus China mit chinesischer Schrift? Was hat das zu bedeuten?

Herr Dollase: Das Bild ist aus Südkorea. Bevor ich als Stadtrat gewählt wurde, war ich in einer Behörde tätig, die sich intensiv mit der Wiedervereinigung Deutschlands beschäftigt. Bei einem Besuch in Südkorea habe ich meinen Gastgebern ein Stück Mauerteil aus Berlin als Symbol gegen die Teilung und für Freiheit und Offenheit übergeben. Korea ist ja bis heute geteilt in Nord - und Südkorea, dort gibt es also immer noch eine Trennung, wie sie einmal in Deutschland war. Die Südkoreaner haben großes Interesse an der Bundesrepublik und besonders am Mauerfall. Südkorea wünscht sich auch eine Wiedervereinigung mit Nordkorea.

William: Wie fühlt es sich an, politisch aktiv zu sein?

Herr Dollase: Es ist eine schöne Aufgabe, Menschen zu helfen. Aber es ist natürlich eine riesige Verantwortung. Man kann auch nicht jedem sofort helfen. Da gibt es manchmal Frustration. Die Ressourcen sind begrenzt, aber ich versuche, möglichst viel zu erreichen, um das Bestmögliche für den Bezirk herauszuholen. Das ist schwierig. Es gibt ganz viele Wünsche, die ich auch gerne alle realisieren würde, aber man muss auch realistisch bleiben und mit dem Geld, das zur Verfügung steht, richtig haushalten.

Vivian: Was möchten Sie Kindern mit auf den Weg geben?

Herr Dollase: Immer neugierig sein! Fragen stellen und sich einmischen. Demokratie heißt mitmachen, mitgestalten und sich einbringen. Wir alle können mitgestalten. Die CDU in Reinickendorf ist offen auch für Leute, die nicht Parteimitglied sind, aber Fachkompetenz mitbringen. Genau so erging es ja mir, als ich das Angebot bekam, für das Amt des Bezirksstadtrats zu kandidieren.

William: Was motiviert Sie, politisch aktiv zu sein?

Herr Dollase: Der ehemalige berühmte Präsident der USA, John F. Kennedy, hat mal gesagt: Frag nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern, was du für dein Land tun kannst. Das sind genau die Dinge: Was kann ich einbringen, und wie kann ich mitgestalten? Das motiviert mich. Ich will helfen und anpacken. Das ist meine Motivation. Und zwar etwas zu machen für die Bürgerinnen und Bürger hier in Reinickendorf, Leute mitnehmen und gestalten.

William: Was hätten Sie gemacht, wenn Sie nicht gewählt worden wären?

Herr Dollase: Dann wäre ich weiterhin für eine Bundesbehörde zuständig und würde mich um Fragen der deutschen Wiedervereinigung kümmern. Der Mauerfall und die Aufarbeitung der jüngeren deutschen Geschichte sind mir unverändert ein wichtiges Thema.

Azahraa: Seit wann sind Sie Bezirksstadtrat in Reinickendorf?

Herr Dollase: Seit Ende Oktober 2016, also seit der letzten Wahl in Berlin, bin ich im Amt. Ich bin also noch nicht lange dabei. Ich hab mich schnell einarbeiten müssen und bin mit Begeisterung dabei.?

Vivian: Wie alt sind Sie?

Herr Dollase: Ich bin 43 Jahre alt.

Lukas: Sie sehen irgendwie jünger, wie 20 aus. (Alle lachen.)

Herr Dollase: Das ist das Schöne an Kindern. Die fragen, was ihnen gefällt.

William: Sie sehen jünger aus.

Herr Dollase: Ich mache viel Sport.

Latizia: Welche Berufswünsche hatten Sie als Kind?

Herr Dollase: Ich wollte immer Sportler werden. Ich habe immer viel Sport gemacht, aber mich interessierte auch Politik. Ich finde es toll, die Arbeit hier machen zu können, ohne in einer Partei zu sein. Das zeigt die Chancen in diesem Land. Ich mache aber auch weiterhin Sport.

Lukas: Wo wurden Sie geboren?

Herr Dollase: In Wolfenbüttel in der Nähe von Braunschweig.

Lukas: Was war ihr Hobby als Kind?

Herr Dollase: Sport. Ich bewege mich gern, und als Kind tobte ich mich immer aus beim Segeln, Handball und Badminton. Ich habe alles ausprobiert. Was sind eure Lieblingsfächer?

Azahraa: Sport und Mathe.
Vivian: Sport und Musik.
Latizia: Sport, Musik und NaWi.
William: NaWi, Sport, Musik, Kunst, Mathe geht, Deutsch geht so.
Lukas: Mathe, NaWi, Musik.
Tahim: Englisch und Sport.


Herr Dollase: Habt ihr tolle Sportlehrer?

Azahraa: Ja.

Herr Dollase: Das Lernen wird erleichtert, wenn man sich bewegt. Man braucht Sauerstoff und Ausgleich. Wenn ich schwierige Entscheidungen zu treffen habe, gehe ich joggen. Dabei bekomme ich meinen Kopf frei, dann kann ich bessere Entscheidungen treffen. Ja und ihr seid alle aus Reinickendorf?

Alle: Ja!

Herr Dollase: Okay, dann können wir jetzt zusammen noch Fotos machen. 

Die Kiezreporter*innen danken Herrn Dollase für das Interview. 

Kolumbus News - Wir Kiezreporter*innen politisch unterwegs

Hier geht es zur PDF dieses Beitrags.

Den Präsentationsfilm des "Lapbooks" zur Teilnahme am Schülerwettbewerb zur politischen Bildung 2016 gibt es nun bei Youtube.

Die Kiezreporter*innen interviewen den Kinderbuchautor Stefan Gemmel

Hier kann man das spannende Interview als PDF herunterladen oder hier auch online lesen bei unserem Kooperationspartner Der PARITÄTISCHE, dort im Blog jugendhilfe-bewegt-berlin.de.

Die Neugestaltung des Spiel- und Bolzplatzes Breitkopfbecken unter Beteiligung der Kiezreporterinnen und Kiezreporter der Kolumbus-Grundschule

Ende Februar 2015 wurden wir gefragt, ob wir daran interessiert sind, den Spielplatz am Breitkopfbecken mitzugestalten. Endlich waren unsere Ideen und Wünsche gefragt, das konnten wir uns nicht entgehen lassen, und so setzten wir uns gemeinsam mit den Verantwortlichen an einen Tisch, überlegten, diskutierten, machten Pläne und Skizzen, schrieben auf und zeichneten. Wichtig war uns dabei, dass der Spielplatz von vielen Generationen genutzt werden kann. Für alle sollte etwas dabei sein, geeignete Spielmöglichkeiten für die Kleinen und für uns Grundschulkinder, Bänke für die Eltern und Gelegenheiten zum Chillen für die Jugendlichen, die deshalb oft nach der Schule auf den Spielplatz kommen, neuer Sand im Buddelkasten und ein Zaun gegen Hunde ....

In der zweiten Phase der Mitbestimmung trafen wir uns mit einer Landschaftsarchitektin auf dem Spielplatz, um uns vor Ort ein Bild darüber zu machen, wie unsere Vorschläge am besten umgesetzt werden könnten. Wir sahen uns die Baupläne an und trafen letzte Absprachen. In den Sommerferien sollte die Neugestaltung beginnen. Zu diesem Treffen luden wir auch die Mitarbeiter von Outreach ein, weil eine gemeinsame Platzbelebung ab Frühjahr 2016 bereits angedacht ist. Die Baumaßnahmen zur Umgestaltung des Spielplatzes dauerten von Juli bis Anfang November 2015 an.

Am 12. November 2015 wurde nun der neue Spielplatz offiziell und feierlich eingeweiht. Was aus unseren Ideen geworden ist, davon könnt ihr euch anhand der Fotos selbst ein Bild machen. Oder schaut einfach mal in nächster Zeit persönlich mit euren Eltern und Freunden vorbei.

Eure Kiezreporterinnen und Kiezreporter aus der Kolumbus

Kiezreporterinnen und Kiezreporter mit Herrn Odebrecht auf Erkundungstour im Kiez

Am letzten Mittwoch hatten wir etwas ganz Besonderes vor. Herr Odebrecht, Elternvertreter an unserer Schule und ein echtes Reinickendorfer „Urgestein“, lud uns ein, gemeinsam mit ihm und seinen Geschichten rund um den Kiez durch die nähere Umgebung der Schule zu streifen und dabei viel Wissenswertes zu erfahren. Zuerst hätten wir uns um ein Haar verfehlt, denn wie das manchmal so ist, Herr Odebrecht wartete auf uns vor der Schule, und wir warteten in der Schulstation. Zum Glück haben wir uns dann doch noch getroffen und sind gemeinsam losgezogen.

Unsere Wanderung führte uns in den Klemkepark, durch den Torbogen am Stand, vorbei am Breitkopfbecken, das im Volksmund bis heute der „Paddenpuhl“ genannt wird, die Emmentaler Straße entlang in Richtung Reginhardstraße zum Hausotterplatz, immer weiter zur Provinzstraße hin, am S-Bahnhof Schönholz vorbei, entlang des Mauerstreifens mit seinem Gedenkstein und zurück über die Sommer- zur Klemkestraße, in der ehemals eine Laubenkolonie stand.

Während wir nach einem Plan unsere Erkundungsstrecke abliefen, erzählte uns Herr Odebrecht viele spannende Anekdoten und  gab uns bedeutende Informationen weiter. Zum Beispiel lernten wir in der Provinzstraße das älteste Haus Reinickendorfs kennen und fanden heraus, was Büchsenweg, Armbrustweg, Lampesteig und Gamsbartweg gemeinsam haben. Auch wissen wir jetzt, wer Klemke, Hausotter und Raschdorff waren und wo noch alte historische Kriegsspuren zu finden sind. 

Doch möchten wir nicht zu viel verraten, weil wir die vielen wichtigen Notizen, die wir auf unserem Herbstspaziergang durch den Kiez gesammelt haben, erst noch zusammenfassen und für euch aufschreiben müssen, damit ihr vielleicht schon in der nächsten EulenPost alle wissenswerten und interessanten Geschichten, die uns Herr Odebrecht erzählte, selbst lesen könnt.

Also bitte dranbleiben und weiterlesen!

Eure Kiezreporterinnen Leanne, Ayla, Dunya, Syrena,Tyra und Kiezreporter Can und Lukas 

Die Kiezreporter*innen

Eine kleine Gruppe interessierter Kinder konnte sich dafür begeistern, Interviews für die Kiezzeitung EulenPost durchzuführen. Auf die Frage, wen sie interviewen möchten, äußerten sie den Wunsch, dass es jemand Berühmtes sein sollte. Es entstand ein Gespräch über Berühmt-Sein und Einflussnahme, bei dem deutlich wurde, dass es schwierig sein könnte, Frau Merkel zu interviewen, und dagegen einfacher und machbar, Bezirkspolitiker zu befragen. Im Internet suchten sich die Kinder unter den Bezirksstadträten dann ihren ersten Interviewpartner aus. Dabei traf das Ressort Umwelt und Stadtentwicklung am ehesten ihre Interessen. Die Kinder fanden heraus, dass der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Umwelt, Ordnung und Gewerbe, Herr Lambert, auch für die Spielplätze im Bezirk zuständig ist. Er erklärte sich bereit, gemeinsam mit einigen Schüler_innen einige umliegende Spielplätze zu besuchen, um die Kritikpunkte der Kinder aufzunehmen. Es wurden in der Folgezeit dann einige Reparaturen durchgeführt und eine neue Seilbahn errichtet.

Unterwegs mit Mitarbeitern der Abteilung Stadtentwicklung, Umwelt, Ordnung und Gewerbe

Kiezreporter*innen hier im Gespräch mit Bezirksstadtrat Jugend, Familie und Soziales A. Höhne  und auf dem Weg zu einem neuen Interviewtermin

Unsere Kiezreporter*innen auf Erlebnistour durch den Kiez

Was ist so los bei uns im Kiez? Wo gibt’s was zu erleben? Diese und andere Fragen zum Thema Freizeit beschäftigen unsere Kiezreporter und Kiezreporterinnen.

Bei einem Besuch in der KreativFabrik in der Amendestraße lernten die Kinder die Freizeiteinrichtung kennen, probierten Töpferwerkstatt und Kicker aus und kamen mit den Mitarbeiter*innen ins Gespräch.